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Digital Health Podcast: Chancen und Herausforderungen der elektronischen Patientenakte

David Lee19. April 2026gesundheit
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Digital Health Podcast: Chancen und Herausforderungen der elektronischen Patientenakte

Digital Health Podcast: Chancen und Herausforderungen der elektronischen Patientenakte

Im aktuellen Digital-Health-Podcast von heise online spricht Lucas Auer, Referent für Digitalisierung im Gesundheitswesen beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), über die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) und die damit verbundenen Herausforderungen.

Die Nutzung der ePA: Warum bleibt sie hinter den Erwartungen zurück?

Trotz eines bundesweiten Rollouts vor fast einem Jahr berichtet die Gematik, dass bereits über 100 Millionen Dokumente in den elektronischen Patientenakten gespeichert sind. Wöchentlich gibt es über 21 Millionen Zugriffe auf Medikationslisten. Dies deutet darauf hin, dass die ePA im Versorgungsalltag angekommen ist. Bis zu 93.000 Praxen nutzen wöchentlich diese digitalen Akten, und die Systeme zeigen eine Verfügbarkeit von 99,9 Prozent.

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Jedoch bleibt die Frage, warum viele der rund 70 Millionen gesetzlich Versicherten, die eine ePA angelegt haben, diese nicht nutzen. Lucas Auer äußert sich dazu: „Der größere Teil der Menschen vermisst den spürbaren Nutzen dieser ePA. Für viele ist sie derzeit nicht viel mehr als ein digitaler Aktenordner.“

Ursachen für die geringe Akzeptanz

Auer identifiziert mehrere Gründe für die geringe Akzeptanz der ePA. Neben technischen Hürden sieht er vor allem fehlenden Mehrwert und komplexe Prozesse als entscheidende Faktoren. Um die Attraktivität der ePA zu erhöhen, plant die Bundesregierung, diese durch ein neues Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) deutlich auszubauen.

Geplant ist, dass die ePA künftig zum zentralen Einstiegspunkt in die Gesundheitsversorgung wird, einschließlich digitaler Ersteinschätzung und Terminbuchung. Gesundheitsministerin Nina Warken bezeichnet dies als einen „zentralen Dreh- und Angelpunkt“.

Neue Funktionen und Risiken

Zusätzlich kündigte die Gematik weitere Funktionen an, wie beispielsweise einen Medikationsplan, eine Volltextsuche und Push-Benachrichtigungen in den Apps. Ein besonders umstrittener Aspekt ist der § 25b SGB V, der durch das Gesundheitsdatennutzungsgesetz ermöglicht wurde. Dieser erlaubt es Krankenkassen, Abrechnungsdaten automatisiert auf Krankheitsrisiken auszuwerten.

Auer warnt, dass diese Datenbasis fehleranfällig sei und nicht für solche Zwecke erhoben wurde. Der vzbv äußert sich skeptisch zur Qualität individueller Risikobewertungen und warnt vor möglichen negativen Auswirkungen für die Versicherten. „Warnhinweise könnten Patienten verunsichern und zu falschen Entscheidungen führen“, so Auer.

Informationspolitik und Skepsis unter Versicherten

Eine weitere Herausforderung ist die Informationspolitik der Krankenkassen. Viele Versicherte sind sich offenbar kaum der neuen Befugnisse bewusst, die ihre Krankenkassen erhalten haben. Auer zeigt sich überzeugt: „Die Informationspolitik ist aus unserer Sicht problematisch.“

Die niedrigen Widerspruchsquoten stehen im Widerspruch zu Umfragen, die eine hohe Skepsis gegenüber Datenauswertungen zeigen. Auer erklärt, dass der geplante Ausbau der ePA mit Blick auf das neue Primärversorgungssystem ambivalent zu bewerten sei. Einerseits könnten mehr Funktionen die Attraktivität steigern, andererseits bestehe die Gefahr, dass Nichtnutzer unter Druck geraten. „Wenn man die Terminvermittlung stark auf die ePA zuschneidet, läuft man Gefahr, das Widerspruchsrecht zu entwerten“, warnt er.

Fazit

Die Diskussion um die elektronische Patientenakte und die damit verbundenen Herausforderungen ist komplex. Während die technischen Möglichkeiten und die Anzahl der Nutzer steigen, bleibt die Akzeptanz vieler Versicherten hinter den Erwartungen zurück. Es bleibt abzuwarten, wie die Bundesregierung die ePA weiterentwickeln wird und welche Maßnahmen ergriffen werden, um das Vertrauen der Versicherten zu gewinnen.

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Author

David Lee

Content Creator bei Dutch Magazine.

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