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Oberster Gerichtshof fordert Staat zur Erklärung über fehlenden zivilen Friedhof für Jerusalem auf

David Lee22. April 2026politik
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Oberster Gerichtshof fordert Staat zur Erklärung über fehlenden zivilen Friedhof für Jerusalem auf

Einleitung

Der Oberste Gerichtshof von Israel hat am Montag den Staat aufgefordert, bis zum 1. Juli eine Erklärung abzugeben, warum nach drei Jahrzehnten seit der Verabschiedung des zivilen Bestattungsgesetzes in Israel noch immer kein staatlich finanzierter zivilen Friedhof für die Bewohner Jerusalems und der umliegenden Gebiete eingerichtet wurde.

Hintergrund der Entscheidung

In einer Entscheidung, die einen Tag nach einer Anhörung zu diesem Thema veröffentlicht wurde, erließen die Richter Alex Stein, Khaled Kabub und Yechiel Kasher eine bedingte Anordnung. Diese richtete sich an das Ministerium für Religionsdienste, das Finanzministerium und den Jerusalemer jüdischen Begräbnisrat, um darzulegen, warum sie nicht gehandelt haben, um einen zivilen Friedhof für Jerusalem und Umgebung zu schaffen.

Palestinians slam settler vandalism of Jerusalem Christian cemetery ...
Palestinians slam settler vandalism of Jerusalem Christian cemetery ...
Outrage at desecration of historic Protestant Cemetery in Jerusalem ...
Outrage at desecration of historic Protestant Cemetery in Jerusalem ...

Fehlende Maßnahmen und Budgetzuweisungen

  • Es wurde kein erforderliches Budget zugewiesen.
  • Es wurde kein Bestattungsschein an den Hauptantragsteller, Menucha Nechona Jerusalem, erteilt.
  • Es wurden keine Maßnahmen ergriffen, um die Hindernisse zu beseitigen, die es nicht-orthodoxen Gruppen erschweren, einen solchen Standort zu betreiben.

Die Gerichtsanordnung verpflichtet den Staat, bis zum 1. Juli zu antworten. Der Fall wurde von Menucha Nechona Jerusalem sowie der Reformbewegung, Hiddush, der Masorti-Bewegung und mehreren privaten Antragstellern eingebracht, die Zugang zu zivilen Bestattungen fordern.

Rechtliche Herausforderungen

Im Kern des Antrags steht eine Herausforderung, die seit Jahren besteht: Während das israelische Gesetz das Recht auf alternative zivilen Bestattungen anerkennt, behaupten die Antragsteller, dass dieses Recht nie wirklich für die Bewohner Jerusalems umgesetzt wurde. Dies zwingt Familien, die keine orthodoxe religiöse Bestattung wünschen, entweder außerhalb der Hauptstadt nach Alternativen zu suchen oder auf diese Option ganz zu verzichten.

Gerichtliche Anhörung und Bedenken der Richter

Die Entscheidung des Gerichts stellt noch kein Urteil über die inhaltlichen Punkte des Antrags dar, ist jedoch ein bedeutender verfahrensrechtlicher Schritt. Eine bedingte Anordnung bedeutet, dass die Beweislast auf den Staat und die anderen Befragten übergeht, um ihr Verhalten zu rechtfertigen und das Gericht davon zu überzeugen, warum die geforderten Maßnahmen nicht gewährt werden sollten.

Während der Anhörung äußerte Richter Stein, dass das Gesetz "sehr klar" sei und kaum Spielraum für Ermessensspielräume lasse, was die Bereitstellung zivilen Bestattungen betreffe. Er fügte hinzu, dass die Bestimmung eine Pflicht und keine Frage der Wahl sei. Kabub stellte das Ministerium zur Kostenfrage in den Fokus und fragte, was von den Antragstellern erwartet werde, wenn der Staat selbst angibt, dass das Projekt rund 15 Millionen NIS kosten würde.

Staatliche Argumente und Herausforderungen

Der Staat argumentierte, dass die Situation komplexer sei. In einer vorläufigen Antwort, die Ende März eingereicht wurde, bestritt das Ministerium für Religionsdienste, das Finanzministerium und die Israel Land Authority (ILA) nicht, dass die von den Antragstellern geforderte zivile Bestattung in Jerusalem nicht verfügbar sei. Sie führten jedoch an, dass das Gesetz keine automatische Verpflichtung für den Staat zur direkten Finanzierung und zum Bau eines zivilen Friedhofs in der geforderten Weise schaffe.

Die hohen Entwicklungskosten an dem vorgesehenen Standort auf dem Friedhof Har HaMenuchot wurden als ein Grund für die Verzögerungen genannt. Diese Kosten seien aufgrund des Geländes und der Infrastrukturbedürfnisse deutlich höher als in anderen Teilen des Landes, wobei die erste Phase auf mehrere Millionen Schekel geschätzt wird.

Reaktionen der Antragsteller

Die Antragsteller wiesen das staatliche Argument zurück und betonten, dass der Staat das gesetzliche Recht auf zivilen Bestattungen auf einen Marktwettbewerb reduziere, den nur wohlhabende und etablierte orthodoxe Bestattungsorganisationen gewinnen könnten. Sie argumentierten, dass der ausgewiesene zivilen Bestattungsstandort mit besonders kostspieligen gemeinsamen Entwicklungsarbeiten am Har HaMenuchot verbunden sei, was es für eine gemeinnützige Organisation unrealistisch mache, die Kosten allein zu tragen.

Die Antragsteller betonten, dass die Frage nicht nur sei, ob ein formeller zivilen Bestattungsplatz in Jerusalem eröffnet werden könne, sondern ob den Bewohnern eine echte nicht-orthodoxe Alternative angeboten werde, die nicht von denselben Institutionen abhängig ist, die die religiösen Bestattungen dominieren.

Ausblick und nächste Schritte

Obwohl der Fall noch nicht zu einem endgültigen Urteil gekommen ist, sendet die Entscheidung des Gerichts, eine bedingte Anordnung zu erlassen, ein deutliches Signal, dass der Staat möglicherweise mehr tun muss, als auf alte Landzuweisungen, verfahrensrechtliche Hindernisse oder theoretische Alternativen zu verweisen. Der Staat hat nun bis zum 1. Juli Zeit, zu erklären, warum den Bewohnern Jerusalems die zivilen Bestattungsoptionen, die das Gesetz ihnen seit fast 30 Jahren verspricht, noch immer vorenthalten werden.

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Author

David Lee

Content Creator bei Dutch Magazine.

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